Feuersbrünste in der Geschichte von Zodel

Die Chronik berichtet von schlimmen Feuersnöten. Der 18. Juni 1773 war für Zodel einer der schwärzesten Tage. Es herrschte schon seit Tagen große Hitze, und es kam zu heftigen Gewittern. In der Mittagszeit häuften sie sich immer mehr, waren fürchterlich anzusehen und erreichten gegen 4 Uhr unter gewaltigem Rauschen und Donnern den Ort und brachten mit großer Gewalt heftigen Sturm, unzählbare Mengen von Hagel und Schloßen unter außerordentlichen Blitzen und Donnern daher, dass es schien, "der Herr wollte im Wetter uns und unsere ganze Gegend im grimmigen Zorn verderben und austilgen. Durch dieses schreckliche Wetter wurden, soweit es reichte, alle Feldfrüchte an Sommer- und Winterfrucht dergestalt niedergeschlagen, daß alle Hoffnung auch nur zur geringsten Ernte dahingenommen war. ...Sogleich, als die Schloßen vorüber waren, zündete der Herr nach seinem verborgenen Rat durch einen heftigen Blitz die Pfarrwohnung auf der Abendseite an, und es war beschlossen, dieselbe ohne Rettung in Asche verwandeln zu lassen.

Was mir durchs Feuer genommen, gehörte meinem Herrn, und er hat es in seinen Besitz genommen, nachdem es mir nur einige Zeit zum Gebrauch war dargereicht worden. Sein Wort ist wahr: 'Ich will dich nicht verlassen noch versäumen'. Ich danke und bete den Herrn dafür an, was er getan hat. Ihm sei die Ehre in die Ewigkeiten, daß er meinen und der armen Meinigen Leib und Leben bewahrt hat und sich an mir und den Meinigen bewiesen hat 'wie ein Vater, der sich über seine Kinder erbarmt'.
So erbarmungswürdig und kläglich es auf unseren Fluren aussah - so groß und herrlich wurde die Herrlichkeit Gottes unter uns gleichsam durch eine neue Schöpfung. Er gab fruchtbare Zeiten. ließ die Sommerfrüchte von neuem auswachsen und gedeihen, segnete die neue Saat, und wie sehr wurde unser Unglaube durch die große Güte unseres Gottes und lieben Vaters in Christo Jesu beschämt!

...Der unvergeßliche 18. Juni nahm uns alle Hoffnung auf die Zukunft. Der Unglaube wollte den Sieg haben! Jetzt schreibe ich dies mit der tiefsten Demut und Schamhaftigkeit meines Herzens, aber auch immerwährenden Preis meines gnädigen Gottes: Er hat bisher geholfen! Wie die Not am größten zu sein schien, schenkte Gott wohlfeil Brot... Der Herbst war außerordentlich fruchtbar und herrlich. Die Kornsaat konnte ohne Hindernis sehr gut besorgt werden, und da es einwinterte, stand die Saat sehr schön. ...

Bei der am Montag nach dem 2. Advent gehaltenen Kirchenrechnung wurden ernstliche Anstalten zum Wiederaufbau des abgebrannten Pfarrhauses beschlossen und gemacht, bei welchem Bau der gnädige Gott das Best tun wolle. Er segne alle Anschläge zur vollkommenen Ausführung", schreibt der damalige Pfarrer Johann Gottlob Lange.

Als am 8. Januar 1803 einige Bauerngüter niederbrannten und der Wind die Flammen weitertrieb und die Brunnen und die Wasserquellen zugefroren waren und man das Löschwasser in Fässern auf Wagen von der Neiße herbeischaffen mußte, war auch die Kirche in großer Gefahr. , aber nur sämtliche auf dem Gottesacker befindliche Linden und das ganze gegen Mittag stehende Kirchhofstor brannten darnieder.

Bei einem weiteren Brand am 1. November 1804 ist das Pfarrhaus und besonders die Nebengebäude wieder in Gefahr, doch "die tätige Hilfe herbeigeeilter Menschenfreunde und der am Pfarrgarten befindliche Teich erhielten sie nächst göttlicher Hilfe unbeschädigt."